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Vortragsveranstaltung am 9. September 2010
Prof. Dr. Rainer Nicolaysen, Hamburg Rebell wider Willen? – Fritz Fischer und die Geschichte eines nationalen Tabubruchs
Das Landesarchiv Schleswig-Holstein lädt zu dieser Vortragsveranstaltung für Donnerstag, 9. September 2010, 19.30 Uhr, in das Prinzenpalais, Schleswig, ein. Mit seinem 1961 erschienenen Buch „Griff nach der Weltmacht. Die Kriegszielpolitik des kaiserlichen Deutschland 1914/18“ löste der Hamburger Historiker Fritz Fischer (1908-1999) den ersten großen Historikerstreit der Bundesrepublik aus. Die „Fischer-Kontroverse“ gilt heute als eine vergangenheitspolitische Schlüsseldebatte, durch die erst die Kontinuität der deutschen Geschichte ins Blickfeld gerückt wurde. Zunächst aber waren Fischers Thesen von nahezu der gesamten Zunft regelrecht bekämpft worden: etwa von Gerhard Ritter (Freiburg), Egmont Zechlin (Hamburg) und Karl Dietrich Erdmann (Kiel). Der Vortrag geht der Frage nach, warum gerade Fischer zum überfälligen Tabubrecher wurde. Dabei wird seine akademische Karriere im „Dritten Reich“ ebenso beleuchtet wie die Entwicklung seiner dezidierten Aufklärungsforschung nach 1945. Rainer Nicolaysen ist Professor für Neuere Geschichte an der Universität Hamburg und Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der dortigen Arbeitsstelle für Universitätsgeschichte.
Eintritt 2,- € (Mitglieder des Fördervereins haben freien Eintritt)

