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Vortrag von Prof. Dr. Carsten Jahnke: "Die Anomalie des Normalen"

Von: Landesarchiv Schleswig-Holstein

Die Anomalie des Normalen - Die Ripener Handfeste und das „dat se bliven ewich tosamende ungedelt“ Vortrag von Prof. Dr. Carsten Jahnke, Kopenhagen, im Landesarchiv in Schleswig am Donnerstag, 29. April 2010, 19.30 Uhr.

Kaum ein Dokument scheint die schleswig-holsteinische Geschichte so sehr beeinflusst zu haben wie die Ripener Handfeste von 1460 – und kaum ein Dokument hat so viel Verwirrung gestiftet wie diese aus nordischer Tradition stammende Urkunde in deutschem Kontext. Der Vortrag wird daher zwei Schwerpunkte setzen: Zum einen sollen die Vorgänge von 1460 in einem nordeuropäischen Zusammenhang betrachtet werden. Welche Vorbilder hat die Ritterschaft für ihr Vorgehen gewählt und welche rechtlichen Konsequenzen hat dieses Vorgehen gehabt? Diese Frage hat erhebliche Auswirkungen auf das Verständnis des vorliegenden Textes im Laufe der Jahrhunderte gehabt und spielte noch im 20. Jahrhundert eine wichtige politische Rolle. Zum anderen sollen einige inhaltliche Punkte aufgegriffen und neu interpretiert werden. Als wichtigster Punkt wird dabei natürlich das „up ewig ungedeelt“ auf der Tagesordnung stehen, das dem Ripener Dokument eine unauslöschliche Bedeutung gegeben hat. Hier sei vorweg gesagt, dass nicht das in der Urkunde steht, was man im 18. und 19. Jahrhundert dort hineininterpretiert hat. Der Referent Dr. Carsten Jahnke war lange Jahre Assistent am Lehrstuhl für Landesgeschichte in Kiel und ist nun Associate Professor an der Universität Kopenhagen. Aus seiner Feder stammen Artikel zur Landes- und mittelalterlichen Wirtschaftsgeschichte.