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Reise, reise ! … SEEMANNSREISE // Meike Lipp vs. Peter Beyer // Malerei und Marionetten in der sengpiehl + zepfel G a l e r i e

Von: Rosita Sengpiehl

R e i s e,  r e i s e  ! … S E E M A N N S R E I S E



'Reise, reise !' ist ein seemännischer Weckruf als Signal zum Aufstehen für die Matrosen eines Segelschiffes, das auf das altdeutsche Wort reisa mit der Bedeutung 'Aufbruch' zurückgeht, welches sich von einem urgermanischen Verb mit der Bedeutung 'aufstehen, sich erheben' herleitet.

Zu allen Zeiten interessierte die Menschen, wie das Leben und die Natur in der Fremde aussehen.
Der Besucher dieser Ausstellung befindet sich – oberflächlich betrachtet – unverkennbar in der Welt der Seefahrer und Abenteurer. 
Und es geht hier wohl um das Reisen nach Afrika - aus nordischen Häfen heraus.

Die norddeutsche Realistin Meike Lipp aus Hamburg zeigt Bilder aus sehr verschiedenen Zeiten.
Die Ältesten stammen aus dem Jahr 1989, als die Künstlerin eine halbjährige Reise nach Südafrika unternahm und von einem Containerschiff mitgenommen wurde. Damals tourte sie mit Pastellkreiden durch Homelands und Townships. Viel später, im Jahr 2013, ging es ein weiteres Mal nach Afrika, diesmal nach Kenia zu der Insel Lamu, und zwar mit Ölfarben.
Aber auch die nordische Landschaft wird portraitiert, die Menschen, die Architekturen – jenseits modischer Aktualität. In der Regel direkt vor Ort, ansonsten skizziert mit Fertigstellung dann im Atelier. In den letzten Jahren entstanden diese Bilder entweder in Hamburg an der Elbe oder auf Malsymposien mit den 'Norddeutschen Realisten', z.B. in Heiligenhafen oder in Kolding, als Plein-Air-Malerei draußen vor Ort auf der Staffelei.
Und es gibt eine Verbindung zur künstlerischen Position von Peter Beyer, denn einige ihrer Werke zeigen Selbstportraits mit Puppen und Marionetten.

Der Kieler Künstler Peter Beyer beschäftigt sich seit nunmehr 40 Jahren mit Marionettenbau und allem, was mit Figurentheater zu tun hat. Zunächst entstanden modellierte, geschnitzte und kaschierte Puppenköpfe. Mittlerweile werden die Marionetten auch aus recyclebaren Materialien gebaut.
Die Verpackungen, die später zu Kopf und Körper werden, bringt Peter Beyer mit Heißkleber zusammen. Hände und Füße – mit oder ohne Schuhe(n) – schnitzt der Künstler aus Holz, darüber streicht er Acrylfarbe. Auch die Kleidung für die Puppen näht Beyer selbst.
Es entstehen einzigartige, stark überzeichnete und ausdrucksstarke Figuren – allesamt Typen jenseits vom Mainstream mit Charakter, die wie Karikaturen aussehen: Zu lange Nasen, schielende Augen, einen Buckel auf dem Rücken, schiefe Münder.
Diese Marionetten werden stark nachgefragt für Werbe und Videoproduktionen ( z.B. Revolverheld Musikvideo, Kieler Opernhaus ) sowie Ausstellungen ( z.B. Städtisches Museum Braunschweig ).
Der Käpt'n der 'MS Ute' und seine Matrosen warten jedenfalls schon sehnsüchtig auf die anvisierte Reise ...

Gehoben ausgedrückt ist eine Odyssee eine Irrfahrt, also eine lange abenteuerliche Reise, welche mit vielen Hindernissen und Schwierigkeiten verbunden ist. Auch die Gefährten von Peter Beyer begeben sich auf solch eine Reise.
In besonders schweren Fällen ist dem Kommandierenden das 'Kolumbus-Syndrom' zu unterstellen: als er losfuhr, wusste er nicht wohin – als er ankam, wusste er nicht, wo er war – als er zurückkam, konnte er nicht sagen, wo er gewesen ist – und das alles hoffentlich nicht mit geliehenem Kapital ...
Es kann aber auch eine Geschichte werden über Loyalität, Hoffnung und Durchhaltevermögen.


Nutzen Sie /Nutzt die Gelegenheit, vor oder nach einem Strandspaziergang aktuelle Kunst genießen zu können - wir freuen uns auf Ihren /Euren Besuch !




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