Aktuelle Meldungen

IG Baupflege besteht seit dreißig Jahren. Mit Rückenstärkung zu neuen Aufgaben

Von: Nordfriisk Instituut

Foto: IGB

Husum – Seit genau dreißig Jahren setzt sich die 1980 gegründete Interessengemeinschaft Baupflege Nordfriesland und Dithmarschen e.V. für die Erhaltung und Pflege der regionalen Baukultur und der Kulturlandschaft ein. Die manchmal hart erkämpften Erfolge stärken der ehrenamtlich geführten IG Baupflege den Rücken für neue Herausforderungen an der Westküste.

Die IGB unterstützt Hausbesitzer und leistet praktische Arbeit vor Ort. Der Verein mischt sich aber auch in die Baupolitik ein. Das wurde in mehreren Fallberichten auf der Jahresversammlung in Husum deutlich. Aktuell wehrt sich die IG Baupflege nicht nur gegen einzelne Abrissprojekte, sondern besonders gegen Konzepte zur weitgehenden Abschaffung des Denkmalschutzes. Der Vereinsvorsitzende Hans-Georg Hostrup aus Tating äußerte in der Versammlung die Befürchtung, dass einflussreiche Landespolitiker den Erhalt historischer und unter Denkmalschutz stehender Gebäude nur noch als Investitionshindernis ansehen. Das solle nicht akzeptiert werden. „Die Erhaltung und Pflege der gewachsenen Baukultur an der Westküste hat höchste Priorität. Auch unsere Urlauber erwarten eine regionaltypische Hauslandschaft, und nicht zuletzt sind wir der nachwachsenden Generation verpflichtet“, so Hostrup.

Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit der IG Baupflege ist das Anschieben neuer Förderprogramme zur Erhaltung und Erneuerung der Reetdächer sowie der historischen Außenhülle der Gebäude. Als sehr erfolgreich hob Hostrup die Mitarbeit in der landesweiten Projektgruppe „Reet“ heraus. Diese hat kürzlich einen umfassenden Materialleitfaden zum Thema Reet herausgegeben, für jeden Reetdachbesitzer ein hilfreicher Ratgeber bei der Eindeckung oder Sanierung seines Reetdaches.

Sorgen bereitet der IGB auch die zunehmende Veränderung des ästhetischen Landschaftsbildes durch die Beeinträchtigungen der Anlagen zur Gewinnung erneuerbarer Energien. Die IGB hält die regenerative Energieerzeugung für sehr notwendig, setzt sich aber für klar definierte Regeln zum Schutz der Kulturlandschaft ein und wendet sich gegen eine flächendeckende Nutzung aller von Investoren gewünschten Flächen.

Die Interessengemeinschaft setzt zur Werbung für ihre Ziele verstärkt auf die neuen Medien. Vorstandsmitglied Kerstin Sprenger präsentierte den neu gestalteten Internetauftritt www.igbaupflege.de. Neben aktuellen Nachrichten und allgemeinen Informationen sind  praktische Hinweise für Hausbesitzer zu finden. Zusätzlich zur renommierten Zeitschrift Der Maueranker gibt der Verein jetzt auch ein Nachrichtenblatt per E-Mail heraus, die „HausPost“. Sie kann kostenlos abonniert werden.

Ein besonderer Höhepunkt der Jahresversammlung im Thomas-Hotel war der Vortrag des Dithmarscher Geschichtsforschers Dr. Volker Arnold über ur- und frühgeschichtlichen Hausbau in und um Schleswig-Holstein. Arnold schilderte die Schwierigkeit, bei der  Ausgrabung von vorgeschichtlichen Hausgrundrissen Rückschlüsse auf die Pfosten- und Dachkonstruktion zu ziehen. Rekonstruktionen wie im AÖZ Albersdorf blieben daher immer in Teilen spekulativ.

Für sein Jubiläumsjahr 2010 plant der Verein ein stattliches Veranstaltungs- und Ausflugsprogramm. Das beginnt mit einer Festveranstaltung im Schloss vor Husum am 23. April, in der Landeskonservator Dr. Michael Paarmann einen Vortrag halten wird.

Weiter wird es über das Jahr verteilt eine Reihe vielfältiger Veranstaltungen geben. Das Programm ist  in der Märzausgabe der Fachzeitschrift Der Maueranker und von Fall zu Fall in der Tagespresse nachzulesen.