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Ausstellung im Landesarchiv Schleswig-Holstein
Ripen und die Folgen – 1460-2010
Ausstellung im Landesarchiv Schleswig-Holstein, 5. März bis 3. Dezember 2010
Vor 550 Jahren wählten Vertreter des Adels von Schleswig und Holstein in Ripen den dänischen König Christian I. zu ihrem Landesherrn. Als Gegenleistung für die Wahl stellte der König der schleswig-holsteinischen Ritterschaft am 5. März 1460 die Urkunde von Ripen aus, in der er zusagte, dass Schleswig und Holstein in Zukunft unter einer gemeinsamen Herrschaft stehen sollten. Zugleich sicherte er den Adligen die faktische und rechtliche Selbstständigkeit Schleswigs und Holsteins gegenüber dem Königreich Dänemark sowie die Unteilbarkeit und Zusammengehörigkeit der beiden Lande zu. Dies findet Ausdruck in der berühmt gewordenen Formulierung der Ripener Urkunde „dat se bliven ewich tosamende ungedelt“ - „dass sie ewig ungeteilt zusammenbleiben“. Durch diese Urkunde kam es zu einer staatsrechtlichen Verbindung zweier Territorien, die unterschiedlichen Lehnshoheiten unterstanden, unter einem gemeinsamen Herrscher, der zugleich König von Dänemark war. Erst seit 1460 kann man von „Schleswig-Holstein“ im eigentlichen Sinne sprechen. Dieser vertraglich besiegelte Verbund Schleswig-Holsteins mit Dänemark sollte bis 1864 Bestand haben. Bis heute sind die Auswirkungen dieses historischen Ereignisses spürbar. Ursprünglich wollten die schleswig-holsteinischen Adligen mit der Urkunde verhindern, dass es erneut zu Landesteilungen nach fürstlichem Erbrecht kam. Erst im 19. Jahrhundert wurde der Vertragstext, nun auf die Formel „Up ewig ungedeelt“ reduziert, als Beleg für die Eigenstaatlichkeit Schleswig-Holsteins interpretiert und als Kampfruf in den nationalen Auseinandersetzungen mit Dänemark benutzt. Erst mit den Bonn-Kopenhagener Erklärungen wurde 1954 ein Ausgleich zwischen Deutschen und Dänen im Landesteil Schleswig erreicht. Bis heute gilt diese friedliche, auf der gegenseitigen Gewährung kultureller Privilegien beruhende Regelung europaweit als richtungweisend und vorbildhaft. Die Ausstellung des Landesarchivs Schleswig-Holstein zeigt die Entstehungs- und Wirkungsgeschichte der Urkunde von Ripen. Sie läuft vom 5. März bis 3. Dezember 2010 im Prinzenpalais in Schleswig und ist montags bis freitags von 8.30 Uhr bis 17.00 Uhr geöffnet. Begleitet wird sie von einer Vortragsreihe.


