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Berichte
Auf seiner Mitgliederversammlung im Frühjahr eines jeden Jahres gibt der Vorstand u.a. seinen Bericht über die Arbeiten und Entwicklungen des abgelaufenen Arbeitsjahres.
Auf der Mitgliederversammlung am 26. April 2010 im Nordkolleg in Rendsburg führte der Vorsitzende, Rolf Teucher, dazu unter TOP 3 aus:
"Meine sehr verehrten Damen und Herren,
Ich habe Ihnen wie in den letzten Jahren eine schriftliche Auflistung der Vorstandsaktivitäten in den letzten 12 Monaten ausgelegt, die alle wesentlichen Aspekte unserer Tätigkeit des letzten Jahres aufführt.
Zusätzlich zu dem schriftlichen Bericht möchte ich gern folgende Punkte ergänzen:
Meine zusätzlichen 4 Bemerkungen gelten:
dem KulturSommer,
der Öffentlichkeitsarbeit,
den Perspektiven des LKV und
der allgemeinen Situation in Schleswig-Holstein
1.) zum KulturSommer:
Im Jahr 2004 hat der LKV die Organisation des KulturSommers vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Schleswig-Holstein übernommen. Seitdem erhält er jedes Jahr für die Planung und Durchführung des KulturSommers finanzielle Unterstützung vom Land Schleswig-Holstein. Während zu Beginn des KulturSommers ca. 30 Veranstaltungen im Programm zu verzeichnen waren, stieg die Zahl mit den Jahren auf rund 170 Veranstaltungen im Rahmen des Deutschen KulturSommers 2009. Der Polnische Sommers 2010 umfasst rund 130 Programmpunkte. Es werden auch in diesem Jahr wieder 25.000 Plakatfolder gedruckt und in ganz Schleswig-Holstein verteilt. Die Auftaktveranstaltung am 7. Juni 2010 findet aufgrund des thematischen Bezugs in Lübeck statt. Veranstalter aus Lübeck haben im Rahmen des KulturSommers sogar eine eigene Veranstaltungsreihe mit dem Titel „Polen in Lübeck“ organisiert.
Der LKV ist jedoch ebenfalls von den Kürzungen der Landesregierung betroffen und muss daher mit 10% weniger Fördermitteln auskommen. Dies sollte zunächst sowohl die institutionelle Förderung für das Jahr 2010 sowie die projektbezogene Förderung für den KulturSommer 2010 betreffen; doch Prof. Dr. Stephan Opitz hat bereits signalisiert, dass der LKV für den Polnischen Sommer mit der vollen Fördersumme von 12.000 Euro rechnen kann. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bedanken!
Allerdings muss davon ausgegangen werden, dass die Förderung vom Land für den KulturSommer im kommenden Jahr komplett wegfallen könnte, was zur Folge hätte, dass der KulturSommer zumindest in seiner bisherigen Form nicht mehr stattfinden wird. Der LKV gibt jedes Jahr 24.000 Euro in Form von Barmitteln direkt an die Veranstalter weiter, übernimmt die Kosten für den Plakatfolder sowie die Kosten für die Auftaktveranstaltung. Ohne finanzielle Unterstützung ist dies nicht zu leisten.
Daher schlage ich vor, an den Veranstaltungsorten des Polnischen Sommers Unterschriftenlisten auszulegen, um gezielt gegen die geplanten Kürzungen zu protestieren. Muster für Unterschriftenlisten wird der LKV entwerfen und den Veranstaltern zusenden.
2.) zur Öffentlichkeitsarbeit:
Zunächst möchte ich Sie auf die neue Website www.kulturprotest.de hinweisen. Sie dient als Plattform für Kulturinstitutionen, Kulturschaffende und –interessierte, um gegen die geplanten Kürzungen im Kulturbereich anzugehen. Zudem sollen mit Hilfe dieser Website die Protestaktionen organisiert werden.
Der LKV versucht natürlich auch, sich Gehör zu verschaffen über Pressemeldungen, Pressegespräche und öffentliche Briefe mit Forderungen an die Politiker. Es gab schon einige Zeitungsartikel sowie Berichte im Radio über den Kulturprotest. Allerdings ist der LKV bei den Protestaktionen auf die Hilfe seiner Mitglieder angewiesen. Daher bitte ich Sie, sich dem Protest anzuschließen, beispielsweise durch Stellungnahmen auf der Kulturprotest-Seite im Internet oder mittels Facebook und Twitter. Um Aussicht auf Erfolg zu haben, muss der Protest aufrechterhalten werden und darf nicht nach kurzer Zeit wieder abklingen.
3.) zu den Perspektiven des LKV:
Vor wenigen Jahren hatte der LKV noch mehrere eigene Projekte: das Kulturnetz, den KulturSommer, den KulturKongress und den Norddeutschen Kulturpreis. Mittlerweile wurde das Kulturnetz vom Land übernommen, den KulturSommer wird es eventuell ab 2011 nicht mehr geben, der Kulturpreis wurde aufgrund der wegfallenden Förderung der HSH Nordbank gestrichen, lediglich der KulturKongress bleibt bestehen. Daher muss die Frage gestellt werden, welche Perspektiven der LKV noch hat. Genügt es, wenn er ausschließlich Lobbyarbeit betreiben kann?
Spätestens 2011 müssen wir die Diskussion über zukünftige Aufgaben des LKV führen.
4.) zur allgemeinen Situation in Schleswig-Holstein:
Die Kultur in Schleswig-Holstein befindet sich zurzeit in einer prekären Situation: Die wenigen Mittel, die vorhanden sind, werden weiter gekürzt. Am 21. April 2010 habe ich an einer Diskussionsveranstaltung des Deutschen Bibliotheksverbandes in der Landesbibliothek Schleswig-Holstein zusammen mit Vertretern aller Landtagsfraktionen teilgenommen. Dabei haben sich lediglich der SSW und Die Linke für ein Bibliotheksgesetz ausgesprochen, alle anderen Fraktionen haben sich mit dem Argument zurückgezogen, dass keine Stellung bezogen werden könne, bevor nicht die Haushaltsstrukturkommission getagt habe. Dieses Verhalten hat mich sehr enttäuscht, zumal ich mir nicht viel verspreche von der Haushaltsstrukturkommission. Daher appelliere ich noch einmal an Sie, sich dem Protest anzuschließen. Jeder von Ihnen kann beispielsweise Landtags- und Bundestagsabgeordnete anschreiben oder sich im Netz unter www.kulturprotest.de zu Wort melden."
Der schriftliche Bericht des Vorstands steht hier zum Download bereit.


